Sambor Prei Kuk in Kambodscha

Verwunschene Tempel im Dschungel und Landleben

Die Tempel von Sambor Prei Kuk – Verloren im Dschungel

Sambor Prei Kuk ist ein unfassbar faszinierender Tempelkomplex im abgelegenen kambodschanischen Dschungel. Ein echter Geheimtipp, obwohl UNESCO Weltkulturerbe! In der Khmer-Sprache heißt er „Tempel im Reichtum des Waldes“.  Wenn du auf Angkor stehst, wirst du Sambor Prei Kuk lieben. Umso mehr, wenn dir Angkor Wat zu anstrengend ist. Denn du kannst die Tempel fast ganz für dich alleine haben, während du mit dem Fahrrad durch den malerischen Dschungel fährst. Die Bauten sind die frühesten Belege eines ausgeprägten Khmer-Stils und zeugen von der Übergangsphase des künstlerischen Ausdrucks zum Stil des Khmer-Reiches. Die Welterbestätte besteht aus den Überresten der Stadt Ishanapura, die sich über eine Fläche von etwa 25 Quadratkilometern erstrecken. Diese wiederum setzen sich aus den drei Hauptstätten der Tempel von Sambor Prei Kuk zusammen: der nördlichen Gruppe von Prasat Sambor, der zentralen Gruppe von Prasat Tao und der südlichen Gruppe von Prasat Yeay Poan.

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Besser als Angkor Wat?

Eine Reise ins Herz Kambodschas, das einst als „Königreich Chenla“ bekannt war: Besser ist sicher keine Kategorie für die Bewertung dieser Tempel, aber der Erlebnisfaktor ist ein ganz anderer! Während du in Angkor mit tausenden Touristen aus aller Welt von Tempel zu Tempel hastest, bist du hier meist ganz allein im Wald. Eine unglaublich friedvolle Atmosphäre, die du auch in den umliegenden Gemeinden genießen kannst! Das kommt dem Mythos des „authentischen Indochina“ schon sehr viel näher, als fast alles sonst in Südostasien.

Khmer-Tempel unbedingt mit einem Guide erkunden!

Die Tempel von Sambor Prei Kuk sind nach weit mehr als 1000 Jahren fast völlig vom Wald umschlossen. Im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bäume ranken sich um die Bauten, die teilweise fast komplett eingewachsen und fast schon wieder ein teil der Natur geworden sind. Die Gefahr besteht hier aber weniger im Wald und seinen Bewohnern, als in den Hinterlassenschaften der USA aus dem Indochina-Krieg. Unzählige Minen und Sprengsätze sind noch immer im Waldgebiet verstreut. Verlasse also niemals die vorhandenen Pfade und erkunde das Gebiet am besten nur mit einem lokalen Guide. So erfährst du gleich auch noch einiges über das Leben vor Ort und kannst spannende Unterhaltungen führen. Auf die historischen Fakten sollte man sich dabei nicht unbedingt verlassen, aber nichts lässt dich besser in die Kultur eintauchen, als das Leben durch die Augen Einheimischer zu betrachten. Bei den örtlichen Temperaturen außerhalb der Regenzeit ist es zudem von Vorteil, die Infratsruktur nutzen zu können. Viel mehr als vereinzelte Möglichkeiten, Wasser zu kaufen, wirst du hier kaum finden. Aber die können Gold wert sein.

Die Anreise nach Sambor Prei Kuk

Rund um die Tempel gibt es erfreulicherweise keine künstlichen Städte wie das grauenvolle Siem Reap. Stattdessen findest du einige kleinere Dörfer, die meist zu mehreren einer Gemeinde zugehörig sind. Wobei unser Guide nicht sicher sagen konnte, ob es in unserem Fall „seven or eight villages“ sind. Um dorthin zu gelangen, hast du sowohl von der Hauptstadt Phnom Penh als auch von Siem Reap im Norden Kambodschas verschiedene Möglichkeiten der Anreise:

  • Mit dem Reisebus (=Linienbus)
  • Mit dem Mini-Van (auch bekannt als VIP-Shuttles in ganz Südostasien)
  • Mit einem privaten Fahrer

Der Linienverkehr über den Highway 6 im gemächlichen Reisebus ist natürlich der günstigste. Der verkehrt genau wie die Minivans zwischen Phnom Penh und Sieam Reap mit Zwischenstopp in Kampong Thom. Die Provinzhauptstadt ist dein Ziel und bietet sich auch perfekt als Zwischenstopp für einige Tage an, wenn du ohnehin von Phnom Penh zu Angkor Wat reisen möchtest. Auch wenn die Reisezeit eine ganze Ecke länger dauert als mit den kleineren Gefährten, ist der Reisebus zumindest gefühlt die sicherste Variante. Und wer beim Binnentransfer in Südostasien auf die Uhr schaut, ist noch nicht lange genug vor Ort. Die bequemste Fahrt ist es in jedem Fall!

Die Minivans oder VIP-Shuttles oder Private Transfers sind etwas teurer (wir sprechen natürlich immer von einstelligen Dollar-Beträgen), dafür aber schneller. Das bringt dir nicht nicht wirklich etwas, denn auch zwei Stunden im vollgestopften Mini-Van fühlen sich wie eine Ewigkeit an. Vor allem dann, wenn der alte Daihatsu Siebensitzer (für asiatische Körpermaße gerechnet) mit über Hundert über die Buckelpisten gejagt wird, während dir ein Huhn auf dem Schoß sitzt.

Natürlich kannst du auch mit einem privaten Fahrer nach Kampong Thom oder gleich bis zum Zielort fahren. Dann hast du die Budget-Variante aber längst verlassen, denn Autofahrten im Taxi über solch weite Strecken kosten auch in Kambodscha schnell dreistellig.

Wandern in Kambodscha - Kampong Thom

Kampong Thom

Die Provinz in der Mitte Kambodschas, hier die Hauptstadt Krong Kampong Thom (auch Stueng Saen) ist zwangsläufig dein Zwischenstopp. Für mehr ist die Stadt auch nicht wirklich geeignet. Ein Handelszentrum am Fluss von strategischer Bedeutung, aber kein Ort zum längeren Verweilen. Stattdessen geht es von hier aus mit dem TukTuk aufs Land. Angesichts der schönen Landschaft eindeutig das ideale Verkehrsmittel. Wer seine Zeit in einem „richtigen “ Hotel verbringen möchte, muss jedoch in der Stadt bleiben und die Tempelanlagen als Tagestouren erkunden.

Organisation von Transfers und Guide für Sambor Prei Kuk

In Phnom Penh findest du einige Möglichkeiten, sowohl Unterkunft als auch einen Guide zu organisieren. Wie immer viel günstiger als von zuhause aus. Die Gemeinden vor Ort haben Gastfamilien und Guides in verschiedenen Dörfern, sodass du gleich auch lokale Familien unterstützen kannst. Meist wirst du junge Einheimische treffen, die sich mit der Arbeit als Guide ihr Studium beziehungsweise die notwendigen Materialien wie einen Laptop finanzieren müssen. Unterkunft heißt hier: Due schläfst im Haus der Gastfamilie une bkommst zumindest einen kleinen Einblick ins Landleben Kambodschas. Auch dabei ist der Guide hilfreich; solange du kein Khmer sprichst, ist die Verständigung ansonsten schwierig. Wir hatten eine großartige Zeit bei unseren Hosts und viel Spaß bei selbstgebrautem Reiswein am Abend.

Das Landleben im Herzen Kambodschas

Wenn du dich darauf einlässt, wirst du hier eine wundervolle Zeit der Ruhe und inneren Entspannung finden können. Die Häuser haben größtenteils weder Strom noch fließendes Wasser, sodass das Leben ganz einfach vom Tageslicht strukturiert wird. Abends hängt vielleicht mal eine Glühbirne an einer Autobatterie oder das halbe Dorf versammelt sich bei dem Nachbarn mit einem Fernseher zur Karaoke-Sendung. Ansonsten beginnt der Tag mit Sonnenaufgang und endet mit der Dunkelheit gegen 18 oder 19 Uhr.

Unterm Haus leben ein paar Hunde zur Bewachung des Grundstücks, Katzen, um Ratten und andere Nager fernzuhalten, Hühner und Schweine für die Selbstversorgung. Die ist im Grunde der einzige Wirtschaftszweig, das Leben basiert auf Subsistenzwirtschaft. Also Reisanbau als Tauschmittel und zur Ernährung der eigenen Familie. Deshlab wirst du e nach Jahreszeit entweder viele Familineväter in ihren Hängematten antreffen (wenn die Reisernte schon eingebracht ist), oder aber die ganze Familie auf den Feldern. Am frühen Morgen radeln die Kinder in die Schule – die du übrigens auch besuchen kannst, wenn du nett fragst. Schreiende Kinder wirst du dagegen kaum hören, eine friedlichere Atmosphäre haben wir noch nirgendwo sonst auf der Welt erlebt.

Tipp für Geschenke an die Gastfamilie: Wenn du aus Phnom Penh anreist, kaufe frische Früchte und Obst auf dem Markt. Die sind im Dorf eher selten und dementsprechend teuer. Die Kinder freuen sich natürlich auch über Süßigkeiten – wenngleich sie im Alltag nur selten mit Zucker in Kontakt kommen.

Wie du zu den Tempeln von Sambor Prei Kuk kommst

Vom Dorf aus einfach mit dem Fahrrad. Die Strecken sind nicht allzu weit und auch nicht besonders hügelig, sodass du auch mit den klapprigen Kinderfahrrädern gut klarkommst. Auch dabei gilt: Solltest du ohne Guide losfahren, sorge dafür, dass du rechtzeitig die Heimreise antrittst. Es gibt weder Straßenlaternen noch sonstige Beleuchtung und die Lehmstraßen wie auch die Häuser – meist klassische Pfahlbauten aus Holz – wirst du im Dunkeln nicht mehr auseinderhalten können. Eine Stirnlampe mit vollen Akkus ist immer sinnvoll, auf dein Handy wirst du dich hier nicht verlassen können, weil du kaum eine Möglichkeit zum Aufladen finden wirst. Passe dich also gleich dem Lebensrhythmus an und starte den Tag mit dem Sonnenaufgang. Schönere Fotos kannst du ohnehin zu keiner anderen Uhrzeit schießen. So fällst du auch um 19 Uhr müde genug ins Bett.

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